RECHTSSTREIT / Öffentlicher Wirtschaftsweg, der zu Stallungen führte, fiel Ver­breiterung der Bundesstraße zum Opfer. Neue Zufahrt laut Gemeinde entbehrlich.

 

Reitstall Deninger an der B303: Weg eingeklagt!

 

 

VON JULIA SCHWANZER

 

 

GÖLLERSDORF / Am Gelände des Reitstalls Deninger in Göl­lersdorf nahe der B 303 stechen mannshohe Plakate ins Auge: „Sie fahren auf unserer Zufahrt. Gute Fahrt", „Macht korrum­piert, absolute Macht korrum­piert absolut" und „Vor dem Ge­setz ist jeder gleich, nur nicht vor dem Bürgermeister".

 

Vor dem Umbau der B 303 führte ein öffentlicher Wirt­schaftsweg direkt zu den Stallun­gen des Hofes Deninger. Dieser Weg wurde aber aufgrund der Verbreiterung der Bundesstraße verbaut, und Deninger in einem amtlichen Bescheid ein neuer, asphaltierter Weg direkt neben dem alten zugesichert. Kurz da­rauf gelangten bei der Gemeinde Göllersdorf von der Aktenein­sicht ausgenommene Schreiben der NÖ Straßenbauabteilung und der NO Landesregierung ein.

 

Karl Deninger erhielt danach einen Brief, der beinhaltet, dass „der Gemeinderat der Marktgemeinde Göllersdorf beabsichtigt [... ] den für den keine Verkehrs­bedürfnisse mehr bestehenden, entbehrlich gewordenen Wirt­schaftsweg [...] als Gemeinde­straße aufzulassen."

Seitens der niederösterrei­chischen Straßenbauabteilung heißt es: „Die B 303 wurde im Interesse der Verkehrsteilnehmer umgebaut, das Grundstück ist rundherum von anderen Güter­wegen erschlossen." Deninger ist der Meinung, dass der Weg aber sehr wohl gebraucht wird, da er und „alle Reiter sonst das ge­samte Grundstück auf - bei Re­gen nicht nutzbaren - Feldwegen umfahren müssten". Außerdem wäre ihm der Weg offiziell ver­sprochen worden. Eine Klage wegen des Bruches des Vertrages läuft, aber „niemand fühlt sich zuständig", so Deninger zur NÖN.

 

Göllersdorfs Bürgermeister Al­fred Scheidl zeigt sich von den Plakaten wenig erschüttert: „Ich habe mir nichts vorzuwerfen, ich bin den Weg des Gesetzes ge­gangen. Tatsache ist, dass die ganze Geschichte eine Verfas­sungsgerichtshofklage einge­bracht hat." Für Karl Deninger ist diese Angelegenheit noch lan­ge nicht vorbei, es werde noch weitere Plakate geben, denn „irgendetwas muss man ja tun".